Unübertrefflich - 24h Rennen am Nürburgring

20.06.04 - Wieder zurück vom Nürburgring, muss jetzt auch endlich der Bericht folgen. Vergangenes Wochenende war das 24h Rennen am Nürburgring und ich mittendrin wieder zum Helfen bei Wölflick Racing. Ganze 220 Fahrzeuge waren am Start, 220.000 Zuschauer und eine Stimmung - einfach gigantisch, das muss man selber einmal miterlebt haben. Obwohl der Wettergott mit den Zuschauern kein Erbarmen hatte und die Schleusen oft heftig öffnete, war das für unsere beiden Focuse genau das richtige Wetter.  

Bereits Montag Abend ging es auf zur Nordschleife, es wartete noch ein wenig Arbeit mit der Vorbereitung rund um Organisation und die letzten Arbeiten an den beiden Ford Focus. Beachtlich, was ein privates Team so alles auf die Beine stellt, incl. Vip-Truck am Hatzenbach und Shuttle Service in Zusammenarbeit mit Jaguar. Zu Anfang der Woche war es auch noch schön warm und wir konnten abends getrost den Grill noch drausen anwerfen. 

Am Donnerstag ging es dann endlich an den Ring zur technischen Abnahme der Focuse. Den Corso Mittwoch Abend schafften wir leider nicht mehr, da die Zeit doch noch recht knapp wurde. Und schon am Freitag ging es dann morgens mit dem 1. Qualifying los. Hier war das Wetter noch hervorragend, jedoch nicht perfekt für die beiden Ford, Regen wäre uns lieber gewesen. Der sollte dann aber am Abend pünktlich zum 2. Qualifying noch kommen, unser Regentanz vom Vorabend hatte also doch gewirkt. Mit dem Focus RS Turbo standen wir in der 2. Startgruppe in Reihe 8 der und mit dem ‚kleinen’ in der 3. Startgruppe in Reihe 21. 

Den Freitag ließen wir noch gut bei ein paar Bierchen ausklingen, ganz so früh ging es Samstag ja zum Glück nicht los. Der Wettergott meinte es auch am Wochenende gut mit uns und öffnete immer wieder seine Schleusen, auch wenn die Teammitglieder manchmal ziemlich durchnässt waren. Noch eine Stunde vor dem Start war es dann aber wieder Trocken, doch während der Startaufstellung fing es doch wieder an zu schütten, was viele Teams rätseln lies, welche Reifenwahl man treffen sollte, vor allem weil es dann auf dem Weg zum Startplatz bereits schon wieder abtrocknete. Wahnsinn was da in der Startaufstellung los ist, aber auch kein Wunder bei 220 Autos die in 3 Startgruppen aufgeteilt wurden. Auf dem Weg zum Startplatz mussten wir uns erst mal durch die vielen Menschen bahnen. Das kann man wohl mit keinem anderen Rennen vergleichen. Das Team beschloss auf Regenreifen zu bleiben, womit wir goldrichtig lagen. Schon beim Start konnte Stephan Wölflick mit dem Turbo viele Plätze gut machen und führte nach 2 Runden die zweite Startgruppe an. Nach 6 Stunden hatten wir uns mit dem Turbo dann bereits mit auf den 63. Platz vorgekämpft. Während des Rennens war ich für die Fahrerwechselkarte sowie runterladen der Stackdaten des kleinen Foci zuständig. Außerdem habe ich natürlich viele viele Fotos gemacht. Ein Teil davon ist bereits in der Fotogalerie online.

Am Abend begann es dann richtig zu schütten, so dass das Wasser cm hoch auf der Strecke stand. Es waren viele Dreher und Blech auf der Strecke zu sehen. Aber das perfekte Wetter für die Focuse, der Turbo konnte sich bis auf den 52. Platz vorfahren. Aber es hatte wohl zu gut angefangen. Bei Einbruch der Dunkelheit musste der Turbo in der Box geparkt werden. Nein, die Fahrer hatten nicht beschlossen schlafen oder ein Bierchen trinken zu gehen, wobei die Alternative vielleicht auch nicht schlecht gewesen wäre :-) In dem verregneten Turn hatte Stephan Zündaussetzer und musste zurück zur Box. Die Vermutung, dass durch das viele Wasser die Elektronik gelitten hatte, bestätigte sich leider nicht, denn es wurde so ziemlich alles ausgewechselt oder kontrolliert was dies hätte verursachen können. Da die Aussetzer immer nur während der Fahrt auftraten, wurde immer wieder eine Runde Kurzanbindung gefahren. Nach scheinbar unendlichen 8h Reparatur war der Übeltäter endlich gefunden, der Ladeluftkühler hatte eine Harrriss und wurde ersetzt. Dann nach fast 9h Standzeit konnte der Turbo auch endlich wieder in das Rennen gehen.

In unserer Box war aber immer etwas los und die User vor der Webcam hatten bestimmt einiges zu sehen, nicht nur wir waren lange in der Box, auch die anderen Teams mussten häufig zu Reparaturen in der Box antreten. Auch der Foci blieb leider nicht verschont, nach einem Feindkontakt mit ziemlichen Blechschaden an der Tür kurz nach dem Start, gab es dann noch einen Dreher bei dem Heck und Hinterachse beschädigt wurde. Die Achse musste gewechselt werden, was die Crew in 35 min. incl. Geometrieeinstellung schaffte. Die Boxenmannschafft kam kaum noch aus dem Schrauben raus, schließlich musste ja das zweite Auto beim regulären Boxenstop auch immer versorgt werden. 

Um 15:00 war es dann soweit, der Zieleinlauf. Die Zuschauerränge waren voll und alle Teams versammelten sich auf der Boxenmauer. Auch wir kletterten auf den Boxenzaun ganz nach oben und hielten unsere viele Fordfahnen hoch. Als dann die Führenden (die beiden Werks-BMW) mit den anderen Fahrzeugen im Schlepptau über die Start/Zielgerade kamen - ein geiles Gefühl, das kann man nicht beschreiben, das muss man miterleben. Einfach eine gigantische Stimmung, auch bei uns obwohl das Endergebnis nicht ganz so wie erhofft war. Aber wir sind angekommen, im Gegensatz zu ca. 60 anderen Autos.

Am Ende lag der Foci mit der Startnr. 145 auf Gesamtrang 129. Der RS Turbo mit der Startnr. 64 nur auf 157.

Und im Anschluss an das 24h Rennen konnte ich dann auch selbst meine ersten Runden über die Nordschleife drehen. Geil - auch wenn ich wohl noch die doppelte Zeit von den anderen brauche. Aber erst mal die Strecke kennen lernen, aber jetzt weiß ich wieso die Nordschleife die schwierigste Rennstrecke der Welt ist.

Linktip: Wölflick Racing mit allen Infos zum Team und 2 riesigen Fotogalerien vom Rennen